Liebe Familie,
liebe Freunde,
liebe Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr-Einheiten,
liebe Schützenbrüder,
heute stehen wir hier … mit schweren Herzen,
mit Tränen in den Augen …
und mit einer Stille, die kaum auszuhalten ist.
Wir stehen hier,
weil wir Abschied nehmen müssen …
von einem Menschen,
der viel zu früh aus unserer Mitte gerissen wurde.
Wir stehen hier für Rajan Esser –
meinen besten Freund.
Nach einem langen, kräftezehrenden Kampf gegen seine Krankheit …
musste er viel zu früh gehen.
Er wurde nur 38 Jahre alt.
Rajan war kein Mensch,
der laut nach Aufmerksamkeit gerufen hat.
Und doch war er jemand,
den man nicht übersehen konnte.
Nicht, weil er im Mittelpunkt stehen wollte –
sondern weil er mit seiner Art Spuren hinterlassen hat.
Spuren in Herzen.
Spuren im Leben anderer.
Rajan war liebevoll.
Rajan war einzigartig in seiner Art.
Aber vor allem war Rajan eines:
eine treue Seele.
Eine Seele, die blieb.
Eine Seele, auf die man sich verlassen konnte.
Eine Seele, die da war –
egal wann … egal wie.
Schon als Kind trug Rajan einen Traum in sich.
Einen Traum,
der tief verwurzelt war
in seiner Heimat,
in der Gemeinschaft,
in der Tradition:
Einmal Schützenkönig
in einer der Schützenbruderschaften
in Korschenbroich zu sein.
Dieser Traum war für ihn nie nur ein Titel.
Er war ein Gefühl.
Er war Stolz.
Er war Zugehörigkeit.
Er war Heimat.
Und Rajan hat sich diesen Traum erfüllt.
Er wurde König
der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Korschenbroich.
Ein Moment, der ihn tief bewegt hat.
Ein Moment, der gezeigt hat,
wie sehr sein Herz für das Schützenwesen schlug.
Wie sehr er dafür gelebt hat.
Dass dieser Kindheitstraum
nun einer der letzten großen erfüllten Wünsche
in seinem Leben sein sollte …
macht diesen Abschied noch schwerer –
und gleichzeitig
unendlich bedeutungsvoll.
Neben den Schützen
gab es einen weiteren festen Anker
in Rajans Leben:
die Feuerwehr.
Als engagierter Feuerwehrmann
der Einheit Korschenbroich-Pesch
war Rajan jemand,
der nicht fragte, ob es bequem ist.
Er fragte nur:
Wird Hilfe gebraucht?
Er war da, wenn andere Schutz brauchten.
Er war da, wenn es brannte –
draußen …
und manchmal auch im übertragenen Sinne.
Er war jemand,
der Verantwortung übernommen hat,
ohne großes Aufheben darum zu machen.
Für seine Kameradinnen und Kameraden
war Rajan mehr als ein Feuerwehrmann.
Er war Freund.
Er war Verlass.
Er war jemand, der zusammenhielt,
der mittrug, der nicht wegschaute.
Und genau das war Rajan auch im Privaten.
Er war kein Mensch der halben Wege.
Wenn er jemanden mochte, dann ehrlich.
Wenn er jemanden in sein Herz ließ, dann ganz.
Wenn er versprach, da zu sein,
dann war er es – ohne Bedingungen.
Rajan hatte seine Ecken und Kanten.
Und genau das machte ihn so besonders.
So echt.
So unverwechselbar.
Er war jemand, der mit einem Blick
mehr sagen konnte
als andere mit vielen Worten.
Jemand, der Humor hatte –
oft leise … manchmal trocken …
aber immer herzlich.
Jemand, der Nähe zuließ und sie schenkte.
Heute tut es weh,
sich vorzustellen,
dass wir seine Stimme nicht mehr hören,
sein Lachen nicht mehr erleben,
seine Präsenz nicht mehr spüren dürfen.
Es tut weh zu wissen,
dass Feste stattfinden werden,
bei denen ein Platz leer bleibt.
Dass Schützenzüge gehen werden,
bei denen jemand fehlt.
Dass Einsätze gefahren werden,
bei denen Rajan nicht mehr mit ausrückt.
Und doch –
wenn wir ehrlich sind –
ist Rajan nicht wirklich weg.
Er lebt weiter …
in den Geschichten, die wir erzählen.
In den Erinnerungen, die wir teilen.
In dem Zusammenhalt, den er vorgelebt hat.
In der Treue, die er uns gezeigt hat.
Er lebt weiter
in der Schützenbruderschaft Korschenbroich,
in der Feuerwehr Korschenbroich-Pesch,
in all den Herzen, die er berührt hat.
Rajan hat uns gezeigt,
wie wichtig Gemeinschaft ist.
Wie wichtig Verlässlichkeit ist.
Wie wertvoll es ist, füreinander da zu sein.
Und vielleicht …
ist genau das
sein größtes Vermächtnis.
Lieber Rajan,
du hast Spuren hinterlassen, die bleiben.
Du hast Herzen gefüllt,
die dich nie vergessen werden.
Du hast einen Platz in unserer Mitte –
für immer.
Mach’s gut, König.
Mach’s gut, Kamerad.
Mach’s gut, Freund.
Wir tragen dich weiter –
in unseren Gedanken,
in unseren Erinnerungen
und in unseren Herzen.
Und solange wir dich
in unseren Herzen tragen,
bist du nicht fort –
sondern gehst jeden Weg
weiterhin mit uns.
— Christian Diers
